Anleitung
Weniger Plastik im Badezimmer: 7 einfache Schritte
Mareike Kleparski · Deine Ansprechpartnerin
·4 Min. Lesezeit

Kaum ein Raum sammelt so unbemerkt Einwegplastik wie das Bad: Shampooflaschen, Duschgel-Tuben, Wattepads, Plastikschwämme und Nachfüllpackungen, die nach wenigen Wochen leer sind. Ein Bad mit weniger Plastik entsteht dabei nicht über Nacht und verlangt auch keinen radikalen Verzicht. Es wächst Schritt für Schritt – mit ein paar bewussten Entscheidungen, die im Alltag wirklich tragen. In diesem Ratgeber gehen wir sieben einfache Schritte durch, mit denen Sie Plastikflaschen und Einwegartikel im Bad nach und nach ersetzen, ohne bei Pflege oder Komfort Abstriche zu machen. Das Schöne daran: Fast jeder dieser Schritte lässt sich beim ganz normalen Nachkaufen umsetzen, sodass Sie nichts wegwerfen müssen, was noch gut in Gebrauch ist.
Warum das Bad der beste Startpunkt ist
Wer im Alltag weniger Plastik verwenden möchte, unterschätzt das Bad oft. Dabei stehen kaum irgendwo so viele Flaschen, Tuben und Tiegel auf so wenig Raum. Viele Pflegeprodukte bestehen zu einem großen Teil aus Wasser – abgefüllt in Plastik, das nach dem Aufbrauchen leer zurückbleibt. Genau hier liegt die Chance: Wenn Sie einige wenige Alltagsprodukte gegen feste oder nachfüllbare Alternativen tauschen, brauchen Sie für diese Produkte keine Plastikflaschen mehr. Der schöne Nebeneffekt: Ein aufgeräumtes, reduziertes Bad wirkt ruhiger und lässt sich leichter sauber halten. Es geht also nicht um Verzicht, sondern um bewusstere Auswahl. Und weil viele Badprodukte schnell zur Neige gehen, bietet sich die nächste Umstellung oft schon nach wenigen Wochen an – ein kleiner, aber motivierender Anfang, der Lust auf den nächsten Schritt macht.
Die 7 Schritte im Überblick
Die folgenden Schritte bauen aufeinander auf, lassen sich aber auch einzeln umsetzen. Fangen Sie mit dem an, was Sie ohnehin bald nachkaufen müssten – so wird nichts vorzeitig entsorgt.
- Feste Seife statt Flüssigseife: Sie braucht keine Plastikflasche.
- Feste Haarseife statt Shampoo: kompakt und ohne Flasche oder Tube.
- Naturschwamm oder Luffa statt Kunststoffschwamm: für ein sanftes Peeling.
- Eine gute Seifenschale: damit festes Stück und Schwamm zwischen den Anwendungen abtrocknen.
- Auf nachfüllbare Lösungen setzen: von der Zahnputztablette bis zum Nachfüllglas.
- Einweg reduzieren: waschbare Abschminkpads und Handtücher statt Wegwerfware.
- Bewusst einkaufen: gezielt nachkaufen, was wirklich zur Neige geht.
Fest statt flüssig: der einfachste Einstieg
Am einfachsten ist der Wechsel von flüssig auf fest. Eine feste Seife kommt ohne Plastikflasche aus und ist auf Reisen unkompliziert. Handgesiedete, kaltverseifte Naturseife reinigt mild und hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl – eine reichhaltige Variante wie Kokosnuss & Sheabutter ist zum Beispiel eine schöne Wahl für trockenere Haut. Damit ein Stück nicht schon nach kurzer Zeit weich wird, kommt es vor allem auf die Lagerung an: Wie Sie feste Seife optimal aufbewahren und so ihre Lebensdauer verlängern, lesen Sie ausführlich in unserem Beitrag Feste Seife richtig aufbewahren. Dasselbe Prinzip gilt fürs Haar: Eine feste Haarseife braucht keine Shampooflasche und reist ganz ohne auslaufende Tuben. Warum handgemachte, kaltverseifte Stücke sich anders anfühlen als industrielle Massenware, erklären wir im Beitrag Kaltverseifung: warum handgemachte Seife anders ist. Wer den Umstieg plant, findet in unserer Auswahl an Hand- und Körperseifen für jeden Hauttyp eine passende Variante.
Zubehör bewusst wählen
Auch beim Zubehör lohnt der zweite Blick. Klassische Badeschwämme bestehen häufig aus Kunststoff. Eine pflanzliche Alternative ist der Luffa: Der getrocknete Kürbis besteht aus Pflanzenfasern und wirkt beim Duschen wie ein sanftes, natürliches Peeling. Eine weitere Alternative ist ein Meeresschwamm wie unser Schrubbelglück. Wichtig ist, dass er nach dem Duschen gut trocknen kann – das gilt auch für Ihr Seifenstück. Eine Seifenschale mit Abtropffläche ist deshalb kein Deko-Detail, sondern der eigentliche Grund, warum ein Stück länger schön bleibt. Handgetöpferte Keramik wie das Erdstück Braun lässt die Seife zwischen den Anwendungen abtrocknen, statt sie in einer Pfütze aufweichen zu lassen.
Praktischer Tipp: Legen Sie Seife und Schwamm nie in die feuchte Ecke der Dusche, sondern an einen luftigen Platz mit Ablauf. Trocken gelagert bleiben beide länger in gutem Zustand – ganz ohne Zusatzaufwand.
Nachfüllen statt neu kaufen
Für alles, was sich schwer als festes Stück umsetzen lässt, ist Nachfüllen die naheliegende Lösung. Zahnputztabletten kommen im Glas statt in der Tube, Deocreme lässt sich im Tiegel nachbestellen, und viele Reinigungsmittel gibt es als Konzentrat oder zum Selbstansetzen. Der Grundgedanke bleibt derselbe: Behälter behalten, Inhalt erneuern. So sammeln sich keine halbleeren Flaschen unter dem Waschbecken. Ein aufgeräumter Vorrat hilft außerdem, den Überblick zu behalten – man kauft nur nach, was tatsächlich zur Neige geht. Das erspart Ihnen auch Doppelkäufe, die sonst ungenutzt im Schrank altern.
Weniger Einweg, bewusster einkaufen
Der letzte Schritt ist der leiseste, aber vielleicht wichtigste: weniger, dafür durchdachter einkaufen. Waschbare Abschminkpads ersetzen Wattepads, Stofftücher ersetzen Einwegtücher, und ein gutes Handtuch tut, wofür sonst Papier draufgeht. Beim Nachkaufen lohnt der Blick auf die Verpackung: Braucht das Produkt überhaupt eine Plastikflasche? Seifenschalen, Schwämme und weiteres Zubehör finden Sie in unserer Übersicht der Bad-Accessoires. Und wenn Sie tiefer einsteigen möchten, wie feste und vegane Pflege im Alltag konkret gelingt, begleitet Sie unser Beitrag Körperpflege ohne Plastikflasche: fest & vegan im Alltag mit weiteren Ideen.
Ein Bad mit weniger Plastik ist am Ende keine Frage der Perfektion, sondern der Richtung. Jeder Schritt zählt – und Sie müssen keinen davon auf einmal gehen. Ersetzen Sie beim nächsten Aufbrauchen ein Produkt durch eine feste oder nachfüllbare Alternative, achten Sie auf gute Trocknung und kaufen Sie bewusster nach. So wird aus vielen kleinen Entscheidungen mit der Zeit ein Bad, das aufgeräumter aussieht, ruhiger wirkt und mit weniger Plastikflaschen auskommt.

Geschrieben von
Mareike Kleparski
Deine Ansprechpartnerin
Mareike ist für dich da – ob du eine Frage zur Naturpflege hast, Hilfe bei der Bestellung brauchst oder einfach Hallo sagen möchtest.
Das könnte Sie auch interessieren

Natürliches Körperpeeling mit dem Luffa-Schwamm
Ein Luffa-Schwamm ist ein einfaches, natürliches Körperpeeling aus Pflanzenfasern. Wie sanftes Peeling mit Luffa gelingt.
Mareike Kleparski
·5 Min. Lesezeit

Kaltverseifung: warum handgemachte Seife anders ist
Zwischen industrieller Seife und handgesiedeter Naturseife liegen Welten. Ein Blick in die Kunst der Kaltverseifung – und warum sie sich lohnt.
Marius Treu
·4 Min. Lesezeit

Lavendel in der Körperpflege: beruhigende Wirkung für Haut & Sinne
Warum Lavendel seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Pflanzen der Naturpflege zählt – über den Duft, die Anwendung und die kleinen Momente der Ruhe.
Mareike Kleparski
·5 Min. Lesezeit
